Aussteuergeschäft und Textilfabrik H. & W. Budde Am Sparrenberg 2 1900: 48,3 KB

1900: Am Sparren­berg 2 Ecke Güters­loher (Gadder­baumer) Straße befand sich das renom­mierte Wäsche- und Aus­steuer­geschäft H. & W. Budde. Der Name warb in großen Lettern auf dem Dach. Die außer­dem zugehö­rige Fabrik befand sich unweit am Nebels­wall 6, heute Park­platz der Kunst­halle. Vor allem im letzten Vier­tel des 20. Jahr­hun­derts befand sich in dem Haus der "Ambas­sador Club", eine gehobe­nere Nacht­lokalität.

Vor dem Gebäude, das klei­nere Haus mit dem schwar­zen Dach, wurde gleich­wohl histo­ri­scher Initi­a­tive Anfang der 2010er Jahre abge­ris­sen. In ihm befand sich das Tradi­tions­fach­ge­schäft "Musik Brech­mann". Gegen­über beiden das Post­amt III zwischen Am Spar­ren­berg und Kreuz­straße. Vor diesem bilden die beiden schräg stehen­den Häuser den Verlauf des Nebels­tores, des zuvor hier (hinter­ein­ander) stehen­den Doppel-Stadt­tores ab.1) Der Häuser­komplex wurde, soweit erhal­ten, nach dem Zwei­ten Welt­krieg zuguns­ten einer auto­ge­rechten Stadt­planung (Kreuz­straße, Adenau­er­platz) entfernt. Über diesem links am Bild­rand das Luther­stift an der Kreuz­straße (siehe Link im Stadt­plan).

Werbeanzeige Firma H. & W. Budde um 1920: 49,6 KB

1906: Korres­pon­denz­karte der Firma. Das Schrift­band über der Spar­ren­burg verweist auf die vom Großen Kur­fürs­ten begrün­dete, hiesige Leinen­tradition:

RAVENS­BERGER LAND
Der große Kur­fürst gern mich nannt'
Sein liebes Spinn- und Linnen­land.


Der Ausspruch ist histo­risch verbürgt. Der Große Kurfürst hielt sich gerne hier auf, zwei seiner Kinder wurden auf der Sparren­burg geboren2). Die zweite Ansichts­karte dürfte zu den Feiern der 300-jährigen Zugehö­rig­keit Ravens­bergs zu Branden­burg-Preußen 1909 heraus­gegeben worden sein.


1) Am Ende der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Stadt­befes­tigung wegen der aufge­kommenen Feuer­waffen verstärkt. Der Stadt­mauer mit Stadt­graben wurde ein breiter, befes­tigter Wall mit weiterem Graben vorgesetzt. Vor den alten Stadt­toren entstanden mit dem Wall weitere neue. Diese Bauweise zog sich von der östlichen Ecke der Stadt­mauer von ihrem Burg-seitigen Verlauf zunächst nördlich und bis zum Nebels­tor am anderen, westlichen Ende der Kreuz­straße fast ganz um die Stadt herum.

2) Am 5. Januar 1673 Prinz Carl Philipp, am 27. Mai 1675 Prinzes­sin Dorothea. Die Taufe fand jeweils in der 1670 geweih­ten Kapelle auf der Sparren­burg statt (Hildebrand, Ernst...., 1891,.... (Wandbild in der Aula des (Rats-) Gymnasiums)). Deren Stand­ort dort konnte gleich­wohl der mehr­jäh­rigen archäo­lo­gischen Ausgra­bungen um 2010 nicht identi­fi­ziert werden. Dorothea verstarb einjährig im Kindes­alter, Carl Philipp während des Neun­jährigen Krieges ("Pfälzi­scher Erbfolge­krieg") 1695 in Italien.